Benjamin Graham & James Rea

In 10 Schritten günstige Unternehmen finden


Benjamin Graham verbrachte einen Großteil seines Lebens als Finanzprofessor an der Columbia University und predigte seinen Studenten, die guten Schnäppchen vom Markt zu nehmen. Die Verbreitung seiner Lehre führte im Laufe der Jahre zu einer immer kleiner werdenden Auswahl für Schnäppchenjäger. Sein Schüler Warren Buffett hatte sich bald von der reinen Schnäppchen-Lehre entfernt. In seinen Augen waren solche Investitionen lediglich „Zigarrenstummel“ – gerade noch gut genug für einen „letzten Zug“, bevor sie verglimmen.

 

Im fortgeschrittenen Alter schrieb Benjamin Graham einen Artikel mit dem Titel „The Renaissance of Value“, der auch von einem Luftfahrtingenieur namens James Rea gelesen wurde. Rea kontaktierte daraufhin Graham und leitete ihm seine quantitative Forschungsarbeit zum Thema Aktienauswahl weiter. Dies führte zu einer dreijährigen Arbeitsbeziehung zwischen den beiden und zahlreichen gemeinsamen Publikationen. Zusammen untersuchten sie die effektivsten Screening-Kriterien für den US-Markt.

 

Ihr Ziel war es, ein automatisiertes System zu schaffen, mit dem sie die Aktien mit dem höchsten Renditepotenzial für ihr individuelles Risikoprofil finden können. Graham und Rea entwickelten eine 10-Punkte-Checkliste, die sie in zwei 5er-Gruppen aufteilten.

 

Mit Hilfe dieser Kriterien lassen sich auch heute noch attraktiv bewertete Unternehmen aus dem Anlageuniversum herausfiltern, die gleichzeitig eine geringe Verschuldung, eine solide Bilanz und wachsende Erträge aufweisen.

  

Es handelt sich um zehn quantitative und messbare Kriterien, die der Bewertung, der finanziellen Lage und der Ertragsentwicklung eines Unternehmens auf den Zahn fühlen.

 

Während die Kriterien 1-5 die Bewertung der Aktien untersuchen, fühlen die Kriterien 6-8 der Finanzlage des Unternehmens auf den Zahn. Die Kriterien 9-10 schließlich, bewerten das Gewinnwachstum und dessen Stabilität.

 

Am Anfang forderten Graham und Rea, dass bei einem Unternehmen alle zehn Kriterien erfüllt sein müssen, um als Portfoliokandidat in Frage zu kommen. In der heutigen Zeit wird vor allem Kriterium Nr. 5 (Aktienkurs niedriger als zwei Drittel des Liquidationswertes) nur noch sehr selten erfüllt. Später haben Graham und Rea nur noch gefordert, dass von diesen 10 mindestens 6 Kriterien erfüllt sein müssen. Für jedes erfüllte Kriterium erhält ein Unternehmen 1 Punkt. Für die Aufnahme in ein Portfolio müssen also mindestens 6 Punkte erreicht sein.

 

  1. Gewinnrendite mindestens doppelt so hoch als die Verfallrendite von AAA-Anleihen
  2. KGV niedriger als 40 Prozent des höchsten KGVs der letzten 5 Jahre
  3. Dividendenrendite mindestens so hoch wie 2/3 der Verfallrendite von AAA-Anleihen
  4. Aktienkurs niedriger als 2/3 des materiellen Buchwerts
  5. Aktienkurs niedriger als 2/3 des Liquidationswerts
  6. Fremdkapital < Eigenkapital
  7. Liquiditätsgrad > 2
  8. Fremdkapital < 2-facher Liquidationswert
  9. Durchschnittliches Gewinnwachstum pro Aktie >= 7 Prozent in den letzten 10 Jahren
  10. Es gab in den letzten 10 Jahren maximal zwei Gewinnrückgänge > 5 Prozent

 

Die 10 Regeln von Graham & Rea im Backtest

Der Value Investor und Staranalyst James Montier untersuchte die Strategie in einem Backtesting-Verfahren für den Zeitraum 1992 bis 2010. Als Aktienuniversum diente dabei der MSCI World Index mit rund 1.600 Unternehmen. Im Schnitt erfüllten weniger als 3 Prozent der Unternehmen dieses Aktienuniversums mindestens 6 Kriterien. Zudem kristallisierte sich heraus, dass diese Kriterien vor allem dann Kaufsignale lieferten, wenn es große Markturbulenzen gab. Damit ein praxisnahes Portfolio entstehen konnte, konzentrierte sich das Analystenteam um James Montier auf die Erfüllung der Kriterien 1,3 und 6. In die günstigsten 10 Prozent dieser Titel wurde dann investiert. Das auf diese Weise zusammengestellte Portfolio erzielte eine Mehrrendite von 300 Prozent gegenüber dem Gesamtmarkt. Es zeigte sich zudem, dass Aktien, die kein einziges Kriterium erfüllten, extrem schlechter performten als der Markt.

 

Henry Oppenheimer fand bereits 1984 einen positiven Zusammenhang zwischen den 10 Kriterien von Graham und Rea und deren Folgerenditen heraus. Die Regeln 1,3 und 6 haben in den USA zwischen1974 und 1981 den Gesamtmarkt um 12 Prozent je Jahr übertroffen.

 

Die jährlichen Überrenditen, die in sämtlichen Backtesting-Verfahren bescheinigt werden konnten, machen die 10 Kriterien nach Graham und Rea äußerst attraktiv für Anleger.

 

Auf gute Investments, 

Ihre

Kerstin Franzisi,

Chefredaktion AktienSCREEN 


 

 

Allein in Deutschland gibt es über 400 börsennotierte Unternehmen. In den USA sind es mehr als 4.000. Wie soll man da die lukrativsten Kandidaten für das eigene Portfolio finden?

Das ist die Frage, die uns Investoren – egal ob Privatanleger oder Börsenprofi immer wieder beschäftigt. Als überzeugte Value Investorin kommen für mich nur Aktien in Frage, die einerseits attraktiv unterberwertet sind, die aber gleichzeitig auch einen gewissen Qualitätsstandard erfüllen.

Viele der erfolgreichsten Profi-Investoren, bedienen sich aufwendiger Screeningverfahren. Ihnen stehen kostspielige Profi-Datenbanken à la Bloomberg und Co zur Verfügung. Damit haben sie Mittel, das gigantische Aktienuniversum täglich nach den interessantesten Kandidaten zu durchforsten.

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AktienSCREEN übernimmt für Sie die Suche nach den attraktivesten Aktienkandidaten

Es gibt erfolgreiche Anleger, die(fast) ausschließlich auf Screening-Methoden setzen und nach diesen Verfahren sozusagen ganz mechanisch investieren. Einer der bekanntesten mechanischen Invetmentansätze ist die von Investmentguru und Hedgefondsmanager Joel Greenblatt entwickelte „Magic Formula“ (dt. „Börsenzauberformel“). Sie filtert das Aktienuniversum nach zwei Kennzahlen, die Auskunft über die Kapitalrendite und die Gewinnrendite eines Unternehmens geben. Vor allem in Profi-Kreisen wurde diese Strategie seit ihrer Veröffentlichung im Jahr 2005 immer wieder heiß diskutiert. Doch was vom Namen her wie ein reines Zaubermärchen klingt, funktioniert langfristig wirklich. Zahlreiche Backtests angesehener Analysten haben dies bestätigt. Konsequent angewendet über einen sehr langen Zeitraum, konnte der Methode von Joel Greenblatt eine merkliche Outperformance gegenüber dem Markt bescheinigt werden.

Hier sind wir bei einem Punkt, der sehr wichtig ist, um das Prinzip solcher Screening-Verfahren und mechanischen Investmentstrategien zu verstehen. Es kann zwischendurch immer wieder Phasen geben, in denen eine bestimmte Strategie den Markt nicht schlägt. Langfrisig, „on the long run“ also, führen sie aber zum Ziel. Und das ist, auf was es uns Anlegern ankommt. Langfristiger Erfolg.

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Mechanisches Investieren, wie es auch Profis anwenden

 

Es gibt vieles, was für mechanische Investmentstrategien spricht. Deshalb sind sie unter Profianlegern schon lange verbreitet. Sie sind - die Möglichkeit für das notwendige Screening vorausgesetzt - sehr einfach anzuwenden. Genau diese einfache Anwendung macht sie aber auch insbesondere für Privatanleger sehr gut geeignet.

Investieren ohne den Störfaktor „Emotion“

 

Durch das mechanische Vorgehen werden Emotionen außen vor gelassen. Oftmals sind es unsere Emotionen, die uns im Weg stehen, die richtigen Anlageentscheidungen zu treffen. Mechanische Value Investing Strategien konzentrieren sich rein auf das Zahlenwerk und filtern rein auf Basis von Kennzahlen unterbewertete Titel heraus. Es gibt kein emotionales Für und Wider zu einem Aktientitel.

Filtern eines sehr großen Aktienuniversums

 

Mittels Screening-Verfahen können Sie ein schier unendliches Aktienuniversum durchleuchten. Mit klassischer „Handarbeit“ ist das für einen Investor schlicht nicht zu schaffen. Screenings fördern somit Investmentkandidaten zu Tage, an die Sie sonst womöglich nie gedacht hätten. Entweder, weil Sie ein Unternehmen aufgrund Ihrer Emotionen von vornherein als Investmentkandidaten ausgeschlossen hätten, oder weil Sie das Unternemhen vorher gar nicht kannten.

Investieren ohne viel Stress und Aufwand

 

Mechanische Strategien wie die Magic Formula haben häufig strikte Regeln und Zeitpunkte, zu denen im Depot umgeschichtet wird. Bis dieser Zeitpunkt da ist, passiert im Portfolio nichts. Im Fall der Magic Formula wird beispielsweise nur einmal pro Jahr umgeschichtet, wenn das dann erneut durchgeführte Screening neue Ergebnisse liefert. Eine solche Vorgehensweise reduziert Ihren Anlagestress fast auf Null. Sie müssen nicht stündlich, täglich oder wöchentlich das Börsengeschehen verfolgen. Sie schichten stattdessen einmal im Jahr um. Sie haben damit viel mehr Zeit für die angenehmen Dinge des Lebens.

Selbst wenn Sie nicht ausschließlich nach einem solchen Screening-Verfahren vorgehen möchten, können Ihnen diese als sehr hilfreiche Suchstrategien dienen.

AktienSCREEN deckt gleich mehrere solcher Screening-Verfahren ab

„Magic Formula“, „Dividendenaristokraten“, „Die 10 Kriterien von Graham & Rea“ - nach diesen und weiteren bewährten Methoden, die Value Investoren anwenden, filtert AktienSCREEN das Aktienuniversum für Sie. Das Screening wird dabei von Prof. Max Otte und seinem Team mit größter Sorgfalt für Sie durchgeführt. In jeder Ausgabe von AktienSCREEN wird eine Methode besonders herausgestellt. Sie können immer verfolgen, wie sich die Kandidaten eines früheren Screenings zu dieser und den anderen Strategien seitdem entwickelt haben. Damit können Sie alle Screening-Verfahren, die der AktienSCREEN anwendet, transparent verfolgen.

Machen Sie es den Großen nach: Finden Sie mit Hilfe von AktienSCREEN immer wieder neue unterbewertete Aktien herausragender Unternehmen!

 

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Ihre Kerstin Franzisi
Chefredakteurin, AktienScreen

 

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